Evang.-Luth. Kirchgemeinde Sorge-Settendorf



Wo einst die drei deutschen Kleinstaaten Sachsen-Weimar, Reuss ä.L. und Königreich Sachsen zusammenstießen, stand einmal das Wirtshaus „Zu den drei Grenzen". Davon ist heute nichts mehr zu sehen, denn infolge des Wismutbergbaus in der hiesigen Region mussten 15 Wohnhäuser und ihre Bewohner einem Tagebau weichen.

Der Ort Sorge ist seither nur noch ein Rudiment seines ursprünglichen Bestandes. Stehen geblieben ist aber die weithin sichtbare Kirche von Sorge. Etwas einsam, aber liebevoll gepflegt, steht sie auf einer Anhöhe und dient der christlichen Gemeinde von Sorge-Settendorf und Kleinreinsdorf als Gotteshaus. Sie wird auch regional genutzt als Pilgerstätte für die umliegenden Kirchgemeinden. Jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt z.B. versammeln sich hier evangelisch-lutherische und evangelisch-methodistische Christen zu einem gemeinsamen Gottesdienst.

Von der Sorger Kirche hat man einen weiten Blick ins Land, -der „mit Adleraugen" sogar das Völkerschlachtsdenkmal in Leipzig erkennen soll!

Um die Kirche rankt sich noch eine legendäre Begebenheit. Beinahe wäre sie ebenfalls dem Uranbergbau zum Opfer gefallen. Das begehrte Erz liegt nämlich auch unter dem Friedhof und sollte um 1950 herum gefördert werden. Ein streng geheimer Sperrbezirk wurde abgeriegelt.

Eine trauernde Mutter, die kurz zuvor zwei Töchter verloren hatte, konnte den russischen Offizier, der mit dem Abstecken des Areals betraut war, jedoch erweichen, den Frieden der Toten und ihrer Angehörigen nicht zustören. Kurzerhand sparte er den Friedhof von der Beschlagnahmung aus. So blieb uns auch das darauf befindliche Kleinod barocker Baukunst erhalten.